Das Castell
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Wichtiger Hinweis: Bei den Texten unter dem Titel "Das Castell" handelt es sich um SATIRE.  Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und tatsächlich vorhandenen Orten sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Auch bitte ich zu beachten, dass die Dt. Rechtsprechung der Satire breiten Raum einräumt und Klagen in den allermeisten Fällen kostenpflichtig abweist.

Inhalt:
1. Folge: Ort der Handlung

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1. Folge: Ort der Handlung

PalisadeFrüher zogen hier Könige und Kaiser vorbei, heute ist der Ort fernab aller Verkehrswege. Er heißt Palisade und ist genauso abweisend wie sein Name, nicht gerade das, was man einen touristischen Höhepunkt nennt. Kurz und gut: Die größte Party in Palisade seit 1000 Jahren fand anläßlich der Versöhnung eines Herzogs mit einem Kaiser statt. Allerdings war diese nicht sehr erfolgreich, denn nach der Katerstimmung begannen sie ihren Kleinkrieg von Neuem. Und man traf sich nur in Palisade, weil dem Kaiser die benachbarte Reichsburg zu schade war. Der Kaiser lag richtig mit dieser Entscheidung, denn die Party muß sehr heftig gewesen sein, es wurden im Überschwang Gebäude beschädigt und abgerissen, die Mägde der in Palisade befindlichen Textilmanufakur entgingen den Feiernden nicht. Die hübschesten unter ihnen wurden mitgenommen, die weniger hübschen gleich an Ort und Stelle geschändet und liegengelassen. Von ihnen stammt ein Großteil der heutigen Bevölkerung des Ortes ab. Doch im Rausch vergaß die Feiergesellschaft auch so einiges an Wertgegenständen, den Wissenschaftlern von heute zum Vergnügen. Nach der Party war der Ort vergessen und Schafe weideten in den Ruinen.
Die liegengebliebenden Mägde rafften sich auf und zogen zusammen mit ihren Bälgern ins Tal. Um sich für die Schande und alles zu entschädigen, nahmen sie alles mit hinunter, was nicht niet- und nagelfest war. Weder Kaiser noch Herzog tauchten wieder auf. Sie bezahlten auch keine Rechnung für Speis, Trank und dem Vergnügen mit den fingerfertigen Damen. Allerdings waren ihre Schreiber sorgfältiger und hefteten die Rechnungen zumindest ab. So wissen wir von der ganzen Geschichte und können uns unseren eigenen Reim machen.
Die Wissenschaft haben wir bereits erwähnt: Seit Napeoleons Forschungsexpedition an den Nil ist es Sitte und guter Gebrauch der Vergangenheit mit der Schaufel in der Hand näher zu treten. Das taten auch Franz Zorn und sein Assistent Karl Trainer bereits in den finsteren Jahren des nationalen Wahnsinns hierzulande. Leider durften sie es nicht ungestört tun, denn es gesellten sich bald Männer in schwarzen Uniformen dazu, die gleichfalls am Ganz deutscher Geschichte sehr interessiert waren. Da dieser Glanz in Palisade aber nicht sofort (wenn überhaupt) zu Tage trat, zogen die Schwarzuniformen nach Quedlinburg weiter, um dort ihre "germanische Weihestätte" zu errichten. Dort war wenigstens noch Bausubstanz vorhanden, die Schafe störten nicht und mit den Nachfahren von Mägdebälgern konnten die Schwarzen ohnehin nicht viel neuen Staat machen.
Erst nach dem Krieg konnte Franz Zorn ungestört graben wie ihm die Schaufel gewachsen war. Karl Trainer verstaute alles sorgfältig in Kartons. Die Erlebnisarchäologie war noch nicht erfunden, hier grub man noch eifrig für das Archiv. Man sah davon wenig wieder und nur wenige Eingeweihte wissen, wo Zorns Schätze geblieben sind. Die Schafe bekamen den Ort jedenfalls nicht zurück. Der Schäfer war ohnehin inzwischen "in den Westen" abgehauen.
Palisade, das ist also der Ort unserer Handlung, nun ist als nächstes zu klären, wie es zum Castell kam, aber das kommt erst in der nächsten Folge.

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