
Sehr wenig Menschen -
einsame Gegenden, die sich nach Westen, nach Norden und nach Osten
erstreckten, unüberschaubar werden und schließlich alles bedecken -
Brachland, Sümpfe, unstete Flussläufe, die Heide, das Dickicht und die
Weiden, hier und dort Lichtungen,
einmal erobertes, doch nur halbwegs gezähmtes Land, leichte kümmerliche
Furchen, die von mageren Ochsen gezogenen Holzgeräte auf dem
widerspenstigen Boden hinterlassen haben; innerhalb dieses
nahrungsspendenden Raums noch riesige Leerstellen, all die Felder, die
man ein Jahr, zwei Jahre, drei und manchmal zehn Jahre brachliegen
lässt, damit sich die Bedingungen ihrer Fruchtbarkeit im Ruhestand auf
natürliche Weise wiederherstellen - gelegentlich inmitten schützender
Palisaden der Wohnsitz eines Oberhauptes, ein offener Holzbau,
Kornspeicher, Verschläge für die Sklaven (/Slawen TK) und, abseits, die
Feuerstelle der Küche...
... ab und an, auf große Entfernungen, eine städtische Siedlung, die in
Wirklichkeit nur noch ein von der ländlichen Natur durchdrungenes,
verblichenes Skelett der römischen Stadt ist; von Pflugland umgebene
Ruinenviertel, eine recht und schlecht ausgebesserte Einfriedung,
Steinbauten aus der Zeit des Imperiums, die in Kirchen oder Zitadellen
verwandelt worden sind; in ihrer Nähe ein paar Dutzend Hütten, in denen
Weinbauern, Weber und Schmiede wohnen, jene Handwerker, die als
Dienstmannen Schmuck und Waffen für den hochwürdigen Bischof und die
Garnison (des Königs, TK) fabrizieren...
das ist das Abendland im Jahre tausend. In seiner Ländlichkeit wirkt es
gegen Byzanz oder Córdoba sehr arm, sehr mittellos. Eine wilde Welt,
eine Welt in den Fängen des Hungers."
(aus: Duby: Die Zeit der Kathedralen, Frankfurt: Suhrkamp, 1992)

Bildquelle: Jacques Le Goff erzählt die Geschichte Europas, Frankfurt,
1999. Bearb. Ottonenzeit.
In dieser Welt versuchten die ottonischen Herrscher zuerst als sächsische Herzöge und danach als Könige der deutschen Stämme und Kaiser des römischen Reiches Wohlstand und Ordnung zu schaffen. Darüber könnt Ihr, werter Benutzer des Internet, Leser dieser Zeilen und sicherlich Freund des Mittelalters, in der Einführung von Jutta Gladen oder direkt in unserer sächsischen Königsgeschichte eine Menge erfahren. Ein eher literarischen Einstieg in die Zeit bietet das Abenteuer der Bibinautika Wir mußten schon einigen Leuten auf die Sprünge helfen, daß das Abenteuer zwar ausgedacht, der Mordanschlag auf Otto I. aber überliefert ist. U.a war der Großvater von Thietmar von Merseburg beteiligt. Wir verweisen auch noch einmal auf unseren ottonischen Informationsturm links mit Informationen über die einzelnen Ottonen, einer Zeitleiste, etwas über die Ottonenzeit (so viel wir zusammensammeln konnten) und einem Serviceteil. Wer wir sind und was das Bibinautika-Projekt ist, erfahrt Ihr im Impressum
