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Werbung mit Streitaxt für das eigene Buch
Debüt eines halleschen Bibliothekars - Ein Ottonen-Krimi
VON UNSERER MITARBEITERIN SIMONE VOIGTLÄNDER
Halle/MZ. Er ist Bibliothekar am Francke-Gymnasium "Latina":
Torsten Kreutzfeldt versorgt die Schüler mit Lektüre und bereitet mit ihnen Projekte
vor. Sehr erfolgreich war die Internetseite www.ottonenzeit.de im Ottonenjahr 2001. Was die
Schüler nicht wussten: Ihr Bibliothekar schrieb nebenbei einen Krimi über jene Ottonenzeit
vor 1000 Jahren. "Wolfsfrau oder die Schlacht auf dem Lechfeld", heißt er.
Kreutzfeldt führt seine Leser ins Mittelalter. Die Ungarn sind besiegt und
der Burggraf von Wettin kehrt mit seinem Gefolge heim. Doch einer seiner Männer ist bei
der Siegesfeier erschlagen worden. Ein Mord folgt dem anderen und das Motiv wird immer rätselhafter.
Die Wolfsfrau wird beschuldigt. Sie ist eine ungarische Schamanin, die aber von der Wettiner
Bergherrin als Freundin aufgenommen wird. Die spannende Geschichte ist frisch erzählt.
Dazu trägt auch bei, dass jedes Kapitel von einem anderen Beteiligten erzählt wird.
Kreutzfeldt lässt mittelalterliches Leben mit all seinem Gemetzel und Derbheiten lebendig
werden.
Mit besonderer Liebe hat er die Frauenfiguren gestaltet. Durch ihren praktischen
Sinn und ihre außergewöhnlichen Kräfte bilden sie glaubwürdige Pendants
zu den kriegerischen Männern. Es ist die erste Veröffentlichung des 39-jährigen
Bibliothekars, der aus Lübeck stammt und 1993 wegen seiner Frau, die von hier stammt,
nach Halle zog. Eines Tages stand der 65. Geburtstag seines Schwiegervaters bevor, der gern
Krimis liest. "Und da", sagt Kreuzfeldt, "bekam er kurzerhand einen selbstgeschrieben
Ottonen-Krimi". Der verkauft sich gut, inzwischen in der zweiten Auflage. Letztes Jahr
hat Kreutzfeldt auf der Leipziger Buchmesse, als Ottone verkleidet, mit Streitaxt für
sein Buch geworben. Nun plant der "Hobby-Ottone" Veranstaltungen mit der Wettiner
Mittelalter-Spielfrau "Engelstrompete" - am liebsten auf Burgen, auf denen auch der
Roman spielt.
Kreuzfeldt denkt bereits an eine Fortsetzung seines Buchs: "Ich habe die
Figuren lieb gewonnen, ein paar leben ja noch." Vorher möchte er ein Kinderbuch veröffentlichen
-"eine Mischung aus Historie, Phantastik und Krimi". Und auch mit seinen Latina-Schülern
hat er ein neues Projekt: www.romanica.de.
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Schlimmer konnte die Siegesfeier in
Memleben für König Ottos Burggraf Hodo nicht enden: Am Ufer der Unstrut fand er einen
seiner Reiter erdolcht, sein Bruder, der Burgkaplan Isidorus, schleppte eine ungarische Heidin
mit auf die heimatliche Burg, vor lauter Nachdenken wurde selbst das Bier in der Kanne schal!
Und Nachdenken war Burgward Hodos Stärke nicht. Wie gut, daß er seine Frau Luitgard,
seinen Bruder und die Wolfsfrau Enikó hatte. Aber würden diese drei dem Mannstöter
auf die Spur kommen? Denn dieser begnügte sich nicht mit der einen Tat an der Unstrut,
er schien dem Burgward bis hinter die heimatlichen Palisaden gefolgt zu sein und brachte mit
seinem blutigen Werk Wenden und Sachsen gegeneinander auf. Hodo verließ seine Bierkanne
erst, als es wieder galt, kräftig dreinzuschlagen. Und wie es nicht nur in der "dunklen
Zeit" des 10. Jahrhunderts geschah, die blindwütige Justizia erwischt nicht immer
den Richtigen! Luitgard, Isidorus und Enikó hatten viel zu rätseln, bevor wieder
Frieden in der Grenzburg einzog.
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Und so berichtet Luitgard, die Frau des Burggrafen Hodo,
von den Geschehnissen auf der Burg Wettin mitten in den Tagen der Ottonenzeit:
Ich gebe ja zu, über all dem Glück hatte ich den Tod von Bernold völlig
vergessen. Er war ja auch in jeglicher Hinsicht so weit unter mir, von solchen Leuten ficht
mich Leben und Sterben nicht an. Licht und Schatten liegt so nah nebeneinander. Und das Aufseufzen
des Königs Salomon, von dem mir Königin Mathilde vorgelesen hatte, hätte ich
im Hinterkopf behalten sollen: Alles Lebenwollen, alles Glücklichseinwollen ist eitel,
ist Haschen nach Wind. Isidorus, habe ich das jetzt richtig wiedergegeben? Nein, der dicke
Schwager hätte eine andere Meinung dazu als der König Salomon gehabt: Gott hat uns
geschaffen, zu lieben, zu hassen, zu leben, zu kämpfen, das Haschen nach dem Glück
treibt uns vorwärts und läßt uns das Jammertal durchqueren!
Ich war glücklich gewesen! Welche Frau wäre das nicht gewesen, wenn sie nach langen
Wochen ihren Schatz, ihren Liebsten, ihren Wonneengel wieder an die Brust drücken könnte?!
Und noch etwas anderes hatte mich dem Glück hinterherlaufen lassen: Die adlige Ungarin,
die Geisel Isidorus´, mit der er was weiß ich anstellen wollte, wahrscheinlich
ein Lösegeld erpressen, war mir endlich als Gleichrangige erschienen, die ich zur Freundin
machen könnte, etwas was mit wendischen Mägden und mit sächsischen Bauersfrauen
nicht angehen mochte. Erstere waren weit unter mir, zweitere verfügten nicht über
die Bildung, die Hathui und ich genossen hatten. Ach, Hathui! So fern bist du von mir, Freundin!
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Ich gebe es ja zu, ich war neugierig, wer diese
Frau war, eine Priesterin, Bischöfin, führend in einem blutrünstigen
Heer von Tausenden Männern, eine Königin gar! So bewegte sie sich jedenfalls.
Nur schade, daß ihr Deutsch noch so schlecht war, obwohl sich Isidorus und Gorazd
viel Mühe gegeben hatten, ihr wenigstens einige Grundwörter beizubringen.
Immerhin verstand sie eine Menge. Gänzlich schien aber erst nach dem Bade der
Bann gebrochen zu sein: Aus einer scharf riechenden Unholdin wurde eine junge edle
Frau, etwas dämonisch noch im Gesichtsschnitt, aber das lag ja an ihrem Volk.
Christus war gekommen, um alle Völker zu erlösen, also auch die Ungarn, war
ich der Ansicht. Hin- und hergerissen machte mich indes ihre Körperbemalung, Noch
nie hatte ich so etwas auf einem Menschen gesehen und selten so schöne Malerei.
Ich gebe es zu, ich liebe Malerei und Formensprache. Wo sah man sowas schon einmal?
Die großen Kirchen waren alle weit weg. In die schönen Evangeliare und Messbücher,
die halbe Grenzmarken wert waren, ließ einen der Priester ohnehin nie hereinblicken.
Noch dazu als Frau mit einem derartigen Anliegen zu kommen, galt bestimmt als ungehörig,
da half es nichts zu sagen, man sei des Lesens kundig. Königin Mathilda hatte
uns von den herrlichen Bildwerken in Italien und Byzanz erzählt, aber gesehen
hatte sie davon auch nur sehr wenig. |
Welche Götzen beherrschten sie, daß sie eine
lebendige Kirche war? Unwillkürlich, aber so erging es mir auch mit den Bildern in Quedlinburg,
hatte ich das Bedürfnis, die Malerei, die Formen nachzuziehen. Aber ich konnte sie ja
schlecht bitten, sich auszuziehen und sich befassen zu lassen! Und im Bade? Nein, oh nein,
wußte ich denn, welche dämonische Kraft diesen Formen und Tiergestalten innewohnte?!
Nicht vergessen durfte ich über die neue edle Freundin, daß sie zwar eine Fürstin,
dennoch eine Heidin war. Aber vielleicht würde sie ja in näherer Zeit den Christ
so lieben wie Isidorus und ich.
So war ich voll des Glücks, noch angefüllt von der Wärme meines Mannes, erfrischt
vom Bad, erfreut über die seltsame gleichrangige Freundin, da erschien das Unglück
wie ein Habicht, der auf eine Maus herunterstürzt: Zu meinen Füßen lag ein
toter Mann! Vaclav war hingeschlachtet worden wie Bernold, was nicht bewies, daß er nicht
doch der Mörder des Sachsen war. Es könnte bei dieser zweiten schlimmen Tat jemand
die Blutrache vollzogen haben! Hodo ließ den Leichnam eben abtransportieren, in die kühle
Kapelle schaffen, die Speerspitze hatte er aus dem Körper gerissen und auf einen Lappen
gelegt. Gorazd und Isidorus untersuchten den neben dem Erstochenen aufgefundenen Mantel. Mir
als Frau fiel sofort auf, daß an diesem Mantel die Spange fehlte.
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Bestellinformationen: Eigentlich
müßte das Buch in jeder guten Buchhandlung zu erhalten oder zumindest zu
bestellen sein (über Libri, falls Eure Buchhandlung nur bei KNO ordert). Das Buch
gibt es auch bei Amazon. Ich schick Euch das
Buch natürlich auch persönlich und mit Widmung zu, falls erwünscht.
Dann kommen allerdings noch Versandkosten dazu. In diesem Fall einfach ein Mail an
mich: |