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Herzog Widukind
und die Sachsen |
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Otto III. begann seine Regierung in der Endzeitstimmung des letzten Milleniums. Wie sein Vater Otto II. regierte er zu kurz, um zu langanhaltenden politischen Erfolgen zu kommen. Italien- und Ostpolitik wurden fortgesetzt, aber der große Wurf, den Otto III. mit seiner Verehrung Karls den Großen und der Anknüpfung am Erbe seines Großvaters Otto I., dem Großen, plante, mochte ihm nicht gelingen. Das ottonische Kaisertum Otto III. erfreute als Idee, in der Praxis scheiterte es kläglich. Seine eigentliche Faszination lag im Kulturellen: Otto III. war der erste hochgebildete Kaiser des Mittelalters. Erst mit Friedrich II. von Hohenstaufen sollte ihm im Hochmittelalter ein Nachfolger erwachsen.
Als er im Jahr 983 in Verona zum König gewählt wurde, war er gerade drei Jahre alt. Als sein Vater starb, geriet der Kindkönig in die Hände seines Verwandten Heinrich genannt der Zänker. Hätte sich dieser mit einer Vormundrolle begnügt, wäre sein Handstreich wahrscheinlich geglückt, zumal sich auch die meisten Reichsbischöfe für ihn aussprachen. Da er sich aber Ostern 984 selbst zum König krönen ließ, machte er sich Erzbischof Willigis von Mainz, hinter dem der sächsische Feudaladel stand, zum Gegner. Heinrich mußte das Kind seiner Mutter Theophanu, seiner Großmutter Adelheid und dem Erzbischof von Mainz übergeben, erhielt aber als Ausgleich sein Herzogtum Bayern, welches ihm durch seine Zänkereien abhanden gekommen war, wieder zurück.
Zwei Romzüge unternahm Otto III. Mit Gregor V. ernannte er den ersten Deutschen auf dem Petrusthron. Der zweite Romzug galt der Wiedereinsetzung Gregors V. Sein ehemaliger Lehrer Johannes Philagathos, der als Gegenpapst im Sinne des römischen Stadtherrn Crescentius regierte, wurde verstümmelt, verhöhnt und in ein Kloster verbannt. Ekkehard, der Markgraf von Meißen, stürmte mit Hilfe von Belagerungsmaschinen die Engelsburg. Crescentius wurde vor den Augen der Römer hingerichtet. Ottos Macht in Rom schien gesichert. In Wahrheit stand sie sowohl in Italien wie auch im Reich auf brüchigen Füßen. Die Italiener versagten dem brutalen Deutschen sofort die Gefolgschaft, wenn er ihnen den Rücken zuwandte. Im Reich sahen die Fürsten mit immer größerem Misstrauen auf ihren byzantinischen Kaiser, der am liebsten in Rom residierte. Lediglich die Autorität der "matricia" Mathilde, Äbtissin von Quedlinburg, Tante Ottos und Reichsverweserin, hielt vor allem die Sachsen vom offenen Aufruhr zurück. Einen gewissen Erfolg zeitigte indes seine kirchliche Politik in Ostmitteleuropa. Hand in Hand mit seinem Freund Gerbert von Aurillac (Papst Sylvester II.) trug er mit der Gründung der Erzbistümer Gnesen in Polen und Gran in Ungarn viel zur Christianisierung und Nationbildung beider Völker bei. Er verabschiedete sich damit aber von einer Ostexpansion des Reiches, die erst sein Nachfolger Heinrich II. wieder aufnahm.
Otto III. hatte seine Lieblingspfalz in Rom auf einem Pulverfaß errichtet. Selbst in Rom belagert, ständig von Aufständen des Adels bedroht, verließen der Kaiser und der Papst Rom. Ihre Vision eines neuen goldenen Zeitalters mit dem Zentrum Rom scheiterte an der Realität. 1002 starb Otto III. in der Burg Paterno, bis auf Erzbischof Heribert von Köln, hatten ihn alle deutschen Fürsten in Stich gelassen. 1003 erlöste ein baldiger Tod Papst Sylvester II. aus unhaltbarer Lage. Wer aber sollte im Reich Nachfolger werden? Mit Hermann von Schwaben, Ekkehard von Meißen (ein Sachse) und Heinrich von Bayern (ein Ottone) standen potente Nachfolger zur Auswahl. Die Traumherrschaft des ottonischen Märchenprinzen aus byzantinischen Geschlecht war beendet.
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Letzte Änderung: 26. Januar
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