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Die Seite beschreibt die Herrschaft Otto des Großen (Otto I.).

Am 7. August 936 war der große Tag für Otto I. gekommen. In der karolingischen Pfalzkapelle zu Aachen hatten sich die Großen des Reiches versammelt, um ihn zum König zu erheben. Widukind von Corvey, Mönch und Geschichtsschreiber, hat uns das Ereignis überliefert, wobei Unklarheit darüber herrscht, ob er mit seinem Text die Erhebung von Otto I. oder Otto II. beschrieb. Eines wurde mit der Salbung zum König den Herzögen und Adligen durch Otto I. gleich klargemacht: Er brach mit der amicitia-Politik seines Vaters und beschwor damit in der Folgezeit eine Reihe von Aufständen durch brüskierte Große des Reiches. Anführer dieser Aufstände waren Mitglieder des Könighauses (die eigenen Brüder, der eigene Sohn) und Mitglieder der konradinischen Sippe, die nach Ende der Ottonenherrschaft mit Konrad II. (Salier) wieder einen König stellen würde. Ottos alleiniger Herrschaftsanspruch ohne die Berücksichtigung der Herzöge und großen Sippen zerriß sowohl die liudolfingisch-ottonische als auch die konradinische Sippe in Zwietracht und Bürgerkrieg. Sich zurückgesetzt fühlende Adlige wußten keinen anderen Weg als ihre Ansprüche mit der Waffe in der Hand durchzusetzen. Nur so konnten sie ihr Gesicht gegenüber ihren eigenen Vasallen wahren.

So stellen wir uns König Otto in seiner Pfalz in Magdeburg vor.

Die Grafik ist dem Buch "So lebten Sie zur Zeit der Völkerwanderung" aus dem Tessloff Verlag entnommen

Einen Blick auf die Pfalz bietet die Computerrekonstruktion, die wir folgender Quelle verdanken. Dafür bedanken wir uns bei

Maic Masuch, Bert Freudenberg, Institut für Simulation und Graphik, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg.

Die neuen Ausgrabungen auf dem Domplatz in Magdeburg haben nun allerdings bestätigt, daß das Gebäude, welches bisher für die Pfalz v. Otto. I. gehalten worden ist, eindeutig ein klerikales Gebäude gewesen ist. Es wurde eine Gruft mit Bestattungen gefunden. Wie der asturische Königspalast nahe Orviedo (Nordspanien) zeigt, ist eine kurzfristige Abfolge: Zuerst Pfalz, dann Kirche im 10. Jahrhundert auch möglich.

Otto und seine erste Frau Edgith, Darstellung im Magdeburger Dom, Montage von der Ottonenzeit.

Erst in der zweiten Hälfte seiner Herrschaft können wir Otto I. als "den Großen" bezeichnen: Er hatte sich weitgehendst durchgesetzt, wenn auch nicht alle Pläne sofort durchsetzbar waren (z.B. die Errichtung des Erzbistums Magdeburg). Er dominierte zwei weitere Königreiche (Burgund u. Italien), hatte 955 die Ungarn auf dem Lechfeld entscheidend besiegt und wurde 962 Kaiser in Rom. Er führte Verhandlungen mit dem Kalifen von Cordoba, besorgte seinem Sohne Otto II. eine Frau, Theophanu, aus dem byzantinischen Königshaus. Er führte die Ostexpansion seines Vater fort und begann mit der Errichtung des Erzbistums Hamburg und den abhängigen Bistümern Haithabu, Ripen, und Aarhus eine Christianisierung des Nordens. Zur Stabilisierung seiner Herrschaft trug das Reichskirchensystem bei. Über die Risiken der Italienpolitik war er sich zeitlebens bewußt, dennoch hat er sie begonnen: Ständige Intervention und damit Abwesenheit im Kernreich konnte nur bei absoluter Machtsicherheit erfolgen. In Italien gewann er jedoch mit Adelheid, der Königin von Italien, eine starke und intelligente zweite Frau an seine Seite, deren Sohn Otto II. auch Ottos Nachfolger wurde.
Nachdem Otto die letzten Jahre seines Lebens in Italien zugebracht hatte, dort nicht müßig, sondern mit dem Ziel die Eroberung der südlichen Fürstentümer Benevent, Capua und Salerno einzuleiten, was nicht gelang, kehrte er im 60zigsten Lebensjahr ins Reich zurück. Noch ein glorreicher Hoftag wurde in Quedlinburg abgehalten, mit der Errichtung eines Bistums in Prag sollte die ottonische Ostexpansion unterstützt werden, dann starb Otto am Abend des 7. Mai 973 an einer fiebrigen Erkältung in der Pfalz Memleben.

Das Reich Ottos zeigt folgende Landkarte:

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