Die Seite beschreibt die Herrschaft Otto des Großen (Otto I.).Am 7. August 936 war der große Tag für Otto I. gekommen. In der karolingischen Pfalzkapelle zu Aachen hatten sich die Großen des Reiches versammelt, um ihn zum König zu erheben. Widukind von Corvey, Mönch und Geschichtsschreiber, hat uns das Ereignis überliefert, wobei Unklarheit darüber herrscht, ob er mit seinem Text die Erhebung von Otto I. oder Otto II. beschrieb. Eines wurde mit der Salbung zum König den Herzögen und Adligen durch Otto I. gleich klargemacht: Er brach mit der amicitia-Politik seines Vaters und beschwor damit in der Folgezeit eine Reihe von Aufständen durch brüskierte Große des Reiches. Anführer dieser Aufstände waren Mitglieder des Könighauses (die eigenen Brüder, der eigene Sohn) und Mitglieder der konradinischen Sippe, die nach Ende der Ottonenherrschaft mit Konrad II. (Salier) wieder einen König stellen würde. Ottos alleiniger Herrschaftsanspruch ohne die Berücksichtigung der Herzöge und großen Sippen zerriß sowohl die liudolfingisch-ottonische als auch die konradinische Sippe in Zwietracht und Bürgerkrieg. Sich zurückgesetzt fühlende Adlige wußten keinen anderen Weg als ihre Ansprüche mit der Waffe in der Hand durchzusetzen. Nur so konnten sie ihr Gesicht gegenüber ihren eigenen Vasallen wahren. |
So stellen wir uns König Otto in seiner Pfalz in Magdeburg vor.
Die Grafik ist dem Buch "So lebten Sie zur Zeit der Völkerwanderung" aus dem Tessloff Verlag entnommen
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Otto und seine erste Frau Edgith, Darstellung im Magdeburger Dom, Montage von der Ottonenzeit. |
Erst in der zweiten Hälfte seiner Herrschaft
können wir Otto I. als "den Großen" bezeichnen: Er hatte sich
weitgehendst durchgesetzt, wenn auch nicht alle Pläne sofort durchsetzbar waren
(z.B. die Errichtung des Erzbistums Magdeburg). Er dominierte zwei weitere Königreiche
(Burgund u. Italien), hatte 955 die Ungarn auf dem Lechfeld
entscheidend besiegt und wurde 962 Kaiser in Rom. Er führte Verhandlungen
mit dem Kalifen von Cordoba, besorgte seinem Sohne Otto II. eine Frau, Theophanu, aus
dem byzantinischen Königshaus. Er führte die Ostexpansion seines Vater fort
und begann mit der Errichtung des Erzbistums Hamburg und den abhängigen Bistümern
Haithabu, Ripen, und Aarhus eine Christianisierung des Nordens. Zur Stabilisierung
seiner Herrschaft trug das Reichskirchensystem bei. Über
die Risiken der Italienpolitik war er sich zeitlebens bewußt, dennoch hat er
sie begonnen: Ständige Intervention und damit Abwesenheit im Kernreich konnte
nur bei absoluter Machtsicherheit erfolgen. In Italien gewann er jedoch mit Adelheid,
der Königin von Italien, eine starke und intelligente zweite Frau an seine Seite,
deren Sohn Otto II. auch Ottos Nachfolger wurde.
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Änderung: So, 1.Juni 2003