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Auf dieser Seite möchten wir Heinrichs Lieblingspfalz Bamberg kurz vorstellen und über die Herrschaft des Kaisers berichten:Bambergs erste urkundliche Erwähnung zeugte im Jahre 902 von der Existenz eines "Castrum Babenberch". Diese babenberger Burg stand wahrscheinlich auf dem heutigem Domberg. In einem Streit um die Macht in Franken wurden die Babenberger 902 von den Konradinern (Konrad I.) besiegt. Dabei verloren sie nicht nur ihre Burg sondern auch ihren Kopf. |
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Der berühmte Reiter im Bamberger Dom. |
Die urkundliche Erwähnung hängt wahrscheinlich mit dieser Begebenheit zusammen. Über das Königtum Konrad I. fiel die Burg an das Reichsgut und wurde mit Marktgemeinde 973 von Otto II. an dessen Vetter, Bayernherzog Heinrich dem Zänker, geschenkt. Später wurde Burg und Marktgemeinde an seinen Sohn Heinrich II. vererbt. Am Morgen nach seiner Vermählung mit Kunigunde von Luxemburg gab er Bamberg an jene Braut weiter. Den äußeren Anstoß zur Gründung Bambergs als Bistum gab der Aufstand des Babenbergers Heinrich von Schweinfurt gegen König Heinrich II.
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Bamberg entstand 1007 als eine Art königliches Eigenbistum, das vorrangig Missionscharakter für slawische Bevölkerungsanteile haben sollte. Das Bistum lag zudem an einer strategisch günstigen Stelle, um das Reich zu teilen und so ungewollte Zusammenschlüsse zu verhindern. Erster Bischof wurde Eberhard (1007-1040), ein enger Vertrauter Heinrichs, der auch zugleich Kanzler des deutschen Reichteils war und 1013 auch Erzkanzler von Italien wurde. Zwei weitere berühmte Bischöfe seien hier nur kurz erwähnt, da sie nicht mehr aus der "Ottonenzeit" sind:
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In der Fogezeit wurde das Bistum mit reichen Schenkungen bedacht, mit u.a. sechs königlichen Abteien, Streubesitzen und Gütern in Süddeutschland, im Elsaß und in Kärnten, mit einigen wissenschaftlichen Bibliotheken, Heiligtümern und Reliquien. |
1012 wurde auf Geheiß Heinrichs
II. der erste Dom vollendet, danach folgten die Kollegialstife und Klöster St. Stephan,
St. Michael, St. Gangolf und St. Jakob. Heinrich gründete auch die Domschule, die sich
selbst mit den großen Schulen aus Byzanz messen konnte, in der er die zukünftige
Regierungs- und Verwaltungselite erzog und unterrichten ließ. Ein weiterer Höhepunkt
der Stadtgeschichte war der Besuch des Papstes Benedikt VIII. zu Ostern 1020. Er bekräftigte
mit Heinrich das "Pactum Ottonianum", um die Ordnung des Reichskirchensystems
weiter zu sichern.
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Heinrich II. und Kunigunde werden von Christus erhöht. |
Heinrich II. hatte bei seiner Wahl auf die Reichsbischöfe
gesetzt und konnte sich auf diese Weise gegen Hermann von Schwaben durchsetzen, von seinem
Geburtsanrecht einmal abgesehen. Demzufolge setzte er auch das ottonische Reichskirchensystem
weiter fort. Seine Regierung war nach der unruhigen träumerischen Zeit unter Otto III.
eine Konsolidierung. Heinrich II. versuchte sich zunächst im Reich durchzusetzen und sich
eine stabile Machtbasis zu schaffen, bevor er nach Höherem griff, womit die Kaiserkrone
gemeint ist. Gekämpft werden mußte gegen die Polen, die nach der Mark Lausitz griffen,
in Bayern gegen aufrührerische Adlige und in Lothringen gegen die Friesen und gegen den
Grafen von Flandern. Als wäre dies noch nicht genug, machten die Brüder seiner Frau
Kunigunde, die Luxemburger, ständigen Ärger und konnten nur mit Waffengewalt zur
Räson gebracht werden. Auch die Billunger, die in Sachsen den Herzog stellten und denen
die Ostpolitik des Königs nicht paßte, da sie auf eine Verteidigungsstellung gegen
die Polen im Bündnis mit den heidnischen Elbslawen der Lutizen setzte, bliesen zum Aufstand
und mußten zur Vernunft gebracht werden. Heinrichs Beharrlichkeit und die Unterstützung
der Bistümer, die er mit vielen Vertretern aus seinem ehemaligen Herzogtum Bayern besetzte,
ließen ihn alle Schwierigkeiten meistern. Und wenn es doch klemmte, konnte er sich auf
die heidnischen Lutizen als Hilfstruppen verlassen. Ein Treppenwitz der Geschichte, daß
ein von der katholischen Kirche heiliggesprochener König und Kaiser (1146, Festtag: 13.
Juli) die Ordnung im christlich-ottonischen Reich mit Hilfe der heidnischen Elbslawen wieder
herstellte. Heinrich ging aber nicht nur gegen den Feudaladel vor, sondern unternahm auch eine
umfangreiche Klosterreform, wobei er oft selbst Hand anlegte und sich auch in Kirchenfragen
als Herr im Hause zeigte. Nach Quedlinburg, Magdeburg und Rom wurde mit Gründung des Bistums
Bamberg dieses das neue geistliche, politische und kulturelle Zentrum des Reiches. Neben Bamberg
besuchte er aber genauso oft die wiedererrichtete Bistumsresidenz Merseburg, von wo er die
Ostpolitik koordinierte und die Sachsen in Schach hielt.
Wir wollen Italien nicht vergessen! Nachdem Heinrich 1002 die
Krone des Reiches errungen hatte, genügte ein kurzer Heereszug, um sich 1004 in Pavia
zum König von Italien krönen zu lassen. Auch ein zweiter Italienzug 1013 hatte wohl
nur den Sinn, sich in Rom zum Kaiser krönen zu lassen und in Oberitalien für Ordnung
zu sorgen, indem Heinrich seinen dortigen Widersacher Arduin von Ivrea endgültig schlug.
Nach sechs Monaten war Heinrich II. wieder im Reich. Auch sein dritter Italienzug 1020 galt
nur der Zurückschlagung der Byzantiner, die in Süditalien die Oberhand gewonnen hatten
und nun bereits Rom bedrohten.
Im kaiserlich-päpstlichen Heer dienten auch normannische Ritter, ein Beginn
der Söldnerkultur des 11. Jahrhunderts., die im spanischen El Cid und in den normannischen Kreuzfahrern ihre berühmtesten Beispiele
fanden. In Süditalien sollte es den Normannen bald gelingen, ein eigenes Reich zu gründen.
Der Kaiser Heinrich indes kehrte in sein Reich zurück.
Heinrich II. starb am 13. Juli 1024 im Alter von 54 Jahren
und wurde in Bamberg begraben. Da er mit seiner Frau Kunigunde kinderlos blieb, endete mit
ihm die Ottonenzeit. Dennoch übernahmen seine Nachfolger, die
Salier, ein gefestigtes Reich. Der letzte Ottone hatte seinen Acker gut bestellt.
Die Tumba von Heinrich und Kunigunde im Bamberger Dom:
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Letzte Änderung: Sonntag,
5.Januar 2003