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Warum wir die Arpaden in Ungarn zur ottonischen Familiengeschichte hinzufügen, bedarf wohl einer kleinen Einführung: Ohne die Schlacht auf dem Lechfeld wäre es wohl kaum zum Aufstieg der Familie Arpad und zur Entstehung eines ungarischen Königtums gekommen. Vielleicht hätten sich die ungarischen Stämme, wie die Reitervölker der Hunnen und Awaren vor ihnen, zerstreut und es wäre keine Spur von Ihnen mehr geblieben. Dann kam die Versöhnung: Eine der letzten großen Frauen der Ottonenfamilie, Gisela von Bayern, Schwester von Heinrich II., heiratete Istvan (Stefan), den Sohn des ungarischen Großfürsten Géza, und wurde erste Königin in Ungarn.

Im 9. und zu Beginn des 10. Jahrhunderts war der geschwächte Westen den Reiterhorden der Ungarn, die oftmals als Soldtruppen in Thronzwistigkeiten auf der einen oder anderen Seite kämpften und danach Plünderzüge bis nach Spanien auf eigene Rechnung unternahmen, hilflos ausgeliefert. "De sagittis Hungarorum lebera nos, Domine!" (Vor den Pfeilen der Ungarn errette uns, o Herr) wurde in den westeuropäischen Klöstern gebetet. Erst die Erstarkung des westfränkischen Königtums (des Reiches der Sachsen und Franken) unter den Ottonen beendete diese Expansionsphase des ungarischen Volkes und führte zur Reichsgründung unter den Arpaden.
Die Oberhoheit der Reiterstämme war unter drei Würdenträgern aufgeteilt, Kende, Gyula und Harka. Genaue Zuordnungen sind unklar, der Gyula muß militärischer Führer gewesen sein und sein Amt wurde später als Fürstenwürde in Siebenbürgen begriffen. Der Kende war eine Art Großfürst (?). Diese Aufteilung wurde durchbrochen, als der Harka mit seiner Streitmacht auf dem Lech dem Reichsheer unter Otto dem Großen unterlag, dadurch die Harkawürde abgeschafft wurde, und der Gyula als Fürst oder Statthalter in Siebenbürgen residierte. Die nun alleinherrschende Großfürstenwürde hatte Taksony (955 - 972) inne, Enkel des ungarischen Stammvaters Arpad. Er erkannte die Machtverhältnisse seit der Niederlage an und orientierte sich in der Folgezeit am westlichen Christentum und Königtum. Bereits Großfürst Géza (972 - 997), Sohn Taksonies, konnte den Ottonen gegenüber wieder selbstbewusster auftreten, verweigerte den Lehnseid, bat aber um Freundschaft und um Entsendung von Missionaren. Mönch Bruno aus Sankt Gallen wurde erster Bischof von Ungarn und brachte in seinem Gefolge deutsche Ritter mit, welche Vasallen des Großfürsten wurden und zudem die Aufgabe hatten, die ungarischen Reiter mit der westlichen Taktik der Panzerreiterei vertraut zu machen.

Bildquelle: Ausschnitt des Covers der Rockoper "Istvan"

Ein ungarisches Königtum entstand jedoch erst unter dem Sohn von Géza, der heidnisch Vajk und nach seiner Taufe Istvan (Stefan) hieß. Er wurde von Adalbert von Prag erzogen und heiratete Gisela von Bayern, eine Tochter Heinrichs des Zänkers und Schwester des Kaisers Heinrich II. Im Jahre 1000 sandte Papst Sylvester II.den Ungarn die heute noch vorhandene Stefanskrone, erkannte damit das Land als christliches Königreich an. Istvan führte die von seinem Vater begonnene christliche und feudale Umgestaltung des Landes fort und wurde dabei vom Gefolge, deutschen Rittern und Priestern, seiner Frau Gisela unterstützt. In einen erneuten Konflikt mit dem Reich, jetzt Reich der Salier unter Konrad II., geriet Istvan 1030 durch seine Forderung seinen Sohn Imre mit dem Herzogtum Bayern zu belehnen, was aufgrund der Verwandtschaft mit der ehemaligen Herzogsfamilie (ottonisch) legitim gewesen wäre. Istvan wich jeder Schlacht aus und Konrad II. musste sich nach einem Angriff erfolglos zurückziehen, der Thronfolger Heinrich III. trat Istvan sogar im Verlauf von Friedensverhandlungen einen Grenzstreifen ab. Istvans Tod 1038 stürzte die arpadische Herrschaft auf dem Höhepunkt ihrer Macht in eine tiefe Krise, da der Thronfolger Imre zuvor bei einem Jagdunfall tödlich verunglückt war. Erst unter Ladislaus I. (1077 - 1099) gelang eine erneute Stabilisierung, die Beseitigung der deutschen Gefahr, Annäherung an Byzanz (Piroska, Ladislaus Tochter wurde Kaiserin von Byzanz) und Vordringen bis an die Adria durch Eroberung von Dalmatien und Kroatien wurde erreicht.

Weitere Informationen zu den Ungarn unter

Die Steppenreiter in der Ottonenzeit oder unter der befreundeten Seite:

www.steppenreiter.de mit ausführlichen Hintergrundinfos über die Steppenreiter und das Bogenschießen zu Pferde aus.

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