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Diese Seite behandelt das Reisekönigtum als Herrschaftsform der Ottonenzeit.

Was ist das?
Das Reisekönigtum war die Herrschaftsform der Ottonenzeit. Der König reiste mit seinem Hof zum Zweck der unmittelbaren Herrschaftsausübung von einer Pfalz oder Bischofsstadt zur anderen.

Wie sah das aus?

Das Zentrum des Reichs war der reisende Königshof. Zu ihm gehörten das persönliche Gefolge des Herrschers wie die Inhaber der Hofämter, die alle mit der Unterbringung, Versorgung und Verwaltung des Hofes zu tun hatten. Die Hofkapelle war ein fester Bestandteil des Königshofes. Die Hofkapläne waren für den Gottesdienst bei Hofe und für die Herstellung der Königsurkunden verantwortlich. Auf der Königsreise kam ein ständiges wechselndes weiteres Gefolge dazu. Das waren vor allem Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte, Herzöge, Markgrafen, Grafen und andere Herren, die zeitweilig oder andauernd an den Herrschaftsakten teilnahmen oder den König zur Beratung und Verhandlung begleiteten. Und so zog der königliche Hof von Ort zu Ort. Man hielt sich in den Pfalzen der Zentralräume des Reiches (Sachsen, Franken, Rheingegend) einige Wochen auf, hingegen in den Durchzugsgebieten nur einige Tage. Zu Winter- oder Jagd-/ Erholungsaufenthalten in den Jagdhöfen des Harzes war eine Verweildauer von vier bis sechs Wochen üblich.

Itinerar Otto des Großen. Zum Vergrößern klicken.

Quelle: Otto der Große Magdeburg und Europa. - Mainz, 2001.

Aus einem größeren Umkreis wurde das Erforderliche an Lebensmitteln, Pferdefutter und anderen Versorgungsgütern herangeschafft, damit beim Eintreffen des Königszuges alles vorhanden war. Damit diese Versorgung sicher gestellt war, wurden die Reisewege vorher geplant und verkündet. Die Königsreise und Repräsentanz Otto des Großen in den politischen Zentralräumen wies einen bestimmten Rhythmus sowie ein Jahreszyklus auf, d.h. dass Otto der Große sich zu bestimmten Zeiten des Jahres immer auf derselben Pfalz befand (z.B. Ostern immer auf der Pfalz Quedlinburg). Natürlich bezieht sich dies nur auf Friedenszeiten, da es zu Zeiten des Krieges zu unsicher war, mit einem derart auffälligen Königszug zu reisen.
Der Jahreszyklus orientierte sich an den Jahreszeiten sowie am Kirchenjahr. Die Darstellung des Herrschers zu den hohen kirchlichen Festtagen verteilte sich in einem bestimmten Wechsel auf die politischen Zentralräume.

Welche Pfalzen gab es?
Die meisten Pfalzen befinden im östlichen, sowie im westfälisch-westlichen Sachsen.
Diese waren zum Beispiel: Quedlinburg, Werlach, Allstädt, Wallhausen, Magdeburg, sowie Essen, Merseburg, Tilleda, Memleben, Derenburg bei Wernigerode, Dortmund und Kloster Brüggen an der Leine.
weitere Informationen über Pfalzen unter
www.tilleda.ottonenzeit.de

Quellen: Brockhaus Enzyklopädie Band 18, F.A. Brockhaus Mannheim Verlag, 1992
Müller-Mertens, E.: Verfassung des Reiches, Reichsstruktur und Herrschaftspraxis unter Otto dem Großen in:
Otto der Große Magdeburg und Europa. - Mainz, 2001.

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16. Juni