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Priesterornat, Darstellung des
Meßgesangs.
Elfenbein-Einband einer Reichenauer Handschrift vom letzten
Drittel des 10. Jh. Frankfurt (Main), Stadt- und Universitätsbibliothek
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Dann berichtete er auch noch über die Mode der Zeit:
"Was soll ich aber von der Farbe ihrer Kleidung sagen? Ihre Verblendung
geht so weit, daß sie Dienst und Würde nach der Farbe des Stoffes beurteilen.
Wenn ihnen der Rock nicht durch seine schwarze Farbe gefällt, so wollen sie
ihn schlechterdings nicht anlegen. Hat der Weber dem schwarzen Zeuge weiße
Wolle beigemischt, so wird auch deswegen der Rock verschmäht. Auch der braune
Rock wird verschmäht. Nicht minder ist ihnen auch die von Natur aus schwarze
Wolle nicht anständig genug, sie muß künstlich gefärbt sein.
So viel von ihrer Kleidung. Was soll ich aber von ihren abenteurlichen Schuhen
sagen? Denn in dieser Hinsicht sind die Mönche so unvernünftig, daß
ihnen der Nutzen einer Fußbekleidung großenteils entgeht. Sie lassen
sich nähmlich ihre Schuhe so eng machen, daß sie darin fast wie an den
Stock geschlossen am Gehen gehindert sind. Auch setzen sie denselben vorn Schnäbel,
an beiden Seiten aber Ohren an, und tragen große Sorge, daß sie sich
genau dem Fuße anschließen, halten sie auch Diener dazu an, daß
sie mit besonderer Kunst den Schuhen einen spiegelhellen Glanz verleihen. Soll
ich schweigen von ihren kostbaren Leintüchern und Pelzkleidern? Da unsere
Vorgänger aus besonderer Nachsicht den Gebrauch von gemeinen Pelzwerk erlaubt
haben, schlich sich auch hierin das Laster unützer Pracht bei uns ein. Nun
umziehen sie ihre ausländischen Pelze mit einem Saume, der zwei Spannen breit
ist, und überziehen sie mit nordischem Tuche. Sich leinerner Bettücher
zu bedienen, ist keineswegs erlaubt, doch haben einige pflichtvergessene Mönche
auch dieses zu ihrem unützen Aufwand hinzugetan, und da die Anzahl derselben
in den verschiedenen Klöstern sehr groß war, so haben sich die wenigen
Guten von den zahlreichen Bösen verleiten lassen. Was aber soll ich von ihren
unanständigen Beinkleidern sagen? Ihre Hosen haben eine Weite von sechs Fuß
und entziehen doch wegen der Feinheit des Gewebes nicht einmal die Schamteile den
Blicken. Ein einziger ist nicht zufrieden mit einem Stück Zeug, welches für
zwei vollkommen ausreichen könnte." |