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"Erlassen aber sind die Gesetze, damit aus
Furcht vor ihnen die menschliche Bosheit im Zaune gehalten und die Unschuld unter den
Ehrbaren gesichert, dagegen unter den Böswilligen durch die Furcht vor der Strafe
die Gelegenheit Schaden zu stiften, eingedämmt werden." (Aus: Lex Baiuvariorum,
8.Jahrhundert)
Wie aus dem Zitat hervorgeht dienten die im Mittelalter
oft so grausam vollzzogenden Strafen als Vergeltung sowie Abschreckung.
Bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts glaubte das Volk,
dass ein Mensch vom Teufel in Besitz genommen wurde und deshalb Straftaten beging.
Später war man der Meinung, dass der Verbrecher für seine böse Tat selbst
verantwortlich sei und nur durch die "Ausrottung" dieser Menschen das Gute
besiegelt werden könne, Gott besänftigt sei und die Menschen vor dessen Strafen,
wie die Pest, Seuchen, Missernten, Hungersnöte u.a., bewahrt werde.
"Zudem war es im Mittelalter üblich, auch
Tiere wie Rinder, Engerlinge, Heuschrecken etc., die Verbrechen gegen die Menschheit
z.B. durch Kahlfraß der Felder begangen hatten zu bestrafen. So wurde in Basel
im Jahre 1374 ein Hahn zum Tode verurteilt, weil er angeblich ein Ei gelegt hätte.
Damit machte er sich eines Verbrechens gegen die Natur schuldig und wurde zusammen
mit dem besagten Ei auf einem Scheiterhaufen verbrannt." (Aus: Maike Vogt-Lüerssen,
Der Alltag im Mittelalter, S.186) |