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Diese Seite gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte und Architektur des Stiftes von Gernrode und der Stiftskirche St. Cyriakus.

Vorgeschichte
938, ein Jahr nach seiner Königskrönung, ordnete Otto d. Große die Verhältnisse im Grenzgebiet von Elbe und Saale neu, denn es sollte dort nicht mehr ein einziger Graf für die Sicherheit zuständig sein. Er teilte das Gebiet zwischen unterer Elbe und Saale in 2 Markgrafschaften ein. Die Markgrafschaften wurden an 2 Vertraute des Königs übertragen: Herrmann Billung erhielt das Gebiet im Bereich der unteren Elbe und Gero wurde das Gebiet an der mittleren Elbe und der Saale übertragen. Otto I. ließ somit die Erbansprüche anderer Familienmitglieder, wie die seines Sohnes Thankmar, unberücksichtigt.
Gründung der Stiftskirche
Ende der 950er Jahre starben Geros Söhne und so stiftete Gero 959 ein Kanonissenstift für junge Frauen. Dies zum Seelenheil seiner Familie und für sich selbst. Die Bestätigung durch Otto I. erfolgte am 17. Juli 961 durch ein königliches Diplom. Dieses verwandelte das adlige Kloster in ein königliches Kloster, was seine Bedeutung erhöhte. Nach Greos Rückkehr aus Rom 963, von wo er einige Reliquien des heiligen Cyriakus mitbrachte, weihte er das Kloster dem heiligen Cyraikus.
Die Schwiegertochter Geros, Hathui, die Witwe Siegfrieds, wurde als erste Äbtissin eingesetzt. Sie leitete das Konvent 55 Jahre bis zu ihrem Tode im Jahre 1014. Das Damenstift stand bei seiner Gründung auf einer gleichwertigen Stufe mit den anderen bedeutenden Frauenstiften im Reich (Quedlinburg, Gaudersheim und Essen)
965 wurde Markgraf Gero in seiner Stiftskirche beigesetzt.

Quelle der Abbildung: Otto der Große, Magdeburg und Europa, Dr. Matthias Puhle (Hg.)2 Bde. (Katalog zur Ausstellung "Otto der Große", Magdeburg 27.8.-2.12.2001)

Die Stiftskirche
Das Grabmahl Geros bildet das Zentrum der Kirche vor den Stufen des Ostchores. Ein Gemälde des Markgrafen befindet sich im südlichen Querhaus und im südlichen Seitenschiff wurde zwischen 1060 und 1130 eine Nachbildung des Heiligen Grabes Christi eingefügt, welches das herausragendste Kunstwert der Stiftskirche und zugleich das älteste erhaltene Beispiel dieser Art Deutschlands ist. Bestehend aus einer Vor- und Grabkammer ist es außen mit einem qualitätsvollen Schmuckrelief gerahmt.
Im untersten Segment der Ostapsis befinden sich Bilder von Gero und seiner Familie. Weiterhin wurde ein westliches Mitelschiff gebaut, in dem ein achteckiger romanischer Taufstein, der 1150 geschaffen wurde, steht. Dieser wurde jedoch erst 1865 aus Alsleben nach Gernrode transferiert.

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