Wenn Sie der heiße Sommer in eine kühle Kapelle zwingt ...

Wieder gab es heiße Tage im Juli und August. Wir waren gerade auf der Königspfalz Tilleda zum "Rittern", da brach der heiße Sommer über uns herein. Kaiser Barbarossa wollte gerade auf Kreuzzug gehen, alle Ritter waren wohlgerüstet ... und schwitzten. Sie konnten nur trinken oder sich im Grubenhaus abkühlen. Schade, dass von der Pfalzkapelle nur noch die Grundmauern vorhanden waren.

Wie schön ist das Durchschreiten durch ein altes Kirchenportal im Sommer, das Ankommen in die Kühle zwischen dicken Steinmauern und unter einem hohen und festen Gewölbe! Im Sommer erfährt man die Kälte dieses Raumes nicht als Entfernung, sondern als Gottesnähe. Wohl dem, der am Altar einkehren und die flimmernde Hitze hinter sich lassen kann. Manche bevorzugen Freibäder, nasse und schwitzende Körper im Massenangebot nebeneinander, manche gehen in den Biergärten, vernebeln sich von innen, andere fahren gar in die "Sommerfrische", um sich an noch heißeren Stränden noch heißer machen zu lassen.
Wir wissen, was Ihnen Ihr Reisebüro empfiehlt, wir geben ihnen aber den Rat, lassen Sie sich im heißen Sommer einmal in eine kühle Kirche oder Kapelle zwingen, finden Sie Ruhe und Gelassenheit angesichts der Hitze und Hektik der Welt. Reden Sie ein wenig mit Gott oder den Herrn Jesus. Oder wenn Ihnen diese Herrschaften zu hoch erscheinen, gibt es einen Haufen Heilige, die ihr Anliegen gerne hören. Spontan fällt mir Sankt Goar ein, der unterhalb der Burg Rheinfels zu Hause ist. Dieser Kumpan Gottes hat gerne seinen Mantel an Sonnenstrahlen aufgehängt. Außerdem war er dafür bekannt, den Biergarten (bzw. den Weinausschank) und das kühle Gotteshaus gerne zu verbinden: Wenn Bedürftige, Wanderer oder Pilger zu ihm kamen, stellte er Tische und Bänke in seiner Kapelle auf und beköstigte die Leute gleich dort. Das dürfen Sie natürlich nicht von jedem Pfarrer gleich welcher Coleur erwarten. Wir würden Sie natürlich gerne verköstigen, mit Kühle und mit Kaltem, aber unsere Burgkapelle ist rein virtuell, das wissen Sie doch. Lassen Sie sich also in eine andere Kapelle oder Kirche zwingen. Sie können auch gerne freiwillig kommen.

Bild- und Textquellenangabe: 1. Abb. "Der Burgkaplan" stammt aus dem Spiel Robin Hood - Die Legende von Sherwood 2. Das Bild von der romanischen Dorfkirche in Steinbach stammt von Torsten Kreutzfeldt. 3. Die Zierleiste stammt aus der amerikanischen Ausgabe der National Geographic Vol. 173, No. 6, June 1988. 4. Die Totenkopfflagge stammt, woher auch sonst?, aus dem Film "Fluch der Karibik".

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© 2001 - 2004 Letzte Änderung: Samstag, 14. August 2004

Die Burgkapelle im August 2004

Oft blieb von den Burgen des Mittelalters nur noch eine Burgkapelle stehen. Nach Abschluß des Ottonenzeit-Projektes ist es auch hier so:
In der Burgkapelle wird drei bis viermal im Jahr ein Text erscheinen, der mit Glauben, Gott und Mittelalter (im weitesten Sinne) zu tun hat. Wen dies stört und der meint: Was hat Gott auf einer Mittelalterseite zu tun? Wollt ihr etwa missionieren? Dem sagen wir: Nein, wollen wir nicht. Wir wollen höchstens zum Nachdenken anregen. Und etwas vom Haß abbauen, der in der Mittelalterszene dem Christentum entgegen schlägt. Eines ist klarzustellen: Die Zeit, die Euch so fasziniert, hätte es ohne das Christentum nicht gegeben. Die Ottonen hätten niemals ohne die Hilfe der Kirche und ihres festen Glauben Ihr Reich aufbauen können. Dazu kann man nun stehen, wie man will.
Heute aber soll kein Kaiser mehr für seine Kriege von der Kirche den Segen erhalten. Auch sollen in unserer Burgkapelle alle willkommen sein. Auf das Mittelalter schauen, heißt auch vorurteilsfrei die Fehler erkennen und sie ändern. Ein Moment soll dann Stille sein.


Euer Burgkaplan

Die Freibeuter Gottes

Gut zum Sommer passen zwei Herren, die in Greifswald in Kneipen und zudem im Internet, als Freibeuter Gottes unterwegs sind. Beide sind Theologen und blieben bei Kirchens irgendwie außen vor. Deshalb sind sie in die Kneipe gegangen und haben dort Gottesdienst gehalten, bei den Leuten halt. Bei dieser Kaperfahrt ist es nicht geblieben, nein, jetzt machen sie auch die virtuelle See des Internets unsicher. Ich habe Ihre Seite besucht und es hat mir gut gefallen. Also, statt in die kühle Kirche gezwungen zu werden, kann man auch bei den Freibeutern Gottes anmustern. Auf den Totenkopf klicken oder unten auf dem Link ...


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