Auswahl der Weihnachtsbriefe: 2004 2003 2002 2001 2000 1999


wünschen Annette, Marie-Carmen, Torsten & Johannes León Kreutzfeldt.
Mit diesem Weihnachtsbrief möchten wir Euch wieder auf dem Laufenden halten, was im ablaufenden Jahr 2003 so bei uns geschah:

Ein Engel trompetet.

Die Zeit ist so rasch vergangen wie eine aus den Augenwinkel gewischte Träne: Und dieser Weihnachtsbrief wird zu einer von Nikolaustag zu Nikolaustag reichenden Chronik unserer Familienereignisse. So manchen Geburtstag haben wir sicher in der Hektik dieses Jahres vergessen: Deshalb sollen sich alle noch einmal nachträglich umarmt und beglückwünscht fühlen.
Fassen wir zunächst zusammen: Das Jahr 2003 war das Jahr der Umzüge. Die Schwachulas in Brandenburg (Annettes Bruder Werner und Familie) bezogen ein neues Heim am Ortsrand, ein modernes Haus, ein in der Sandwüste stehender Hangar für drei Prinzen, Maximilian, Georg und Arnold, das sind schon über die Hälfte unserer Neffenhorde. Meine Mutter Inge ist gleichfalls umgezogen, aber nur innerhalb des Seniorenstiftes, erhielt aber eine schönere Wohnung mit Balkon. Und im Mai war es endlich bei uns so weit. Unser Umzugswagen quälte sich auf die Baustelle und wir vertrieben mit Kisten die Handwerker, die noch letzte Hand anlegten (es sei mit Scham verraten: Ganz fertig sind sie immer noch nicht!). Mit Stolz können wir behaupten, wir waren die erste Familie im Haus am Fluss, Inselbewohner nun mitten in Halle, wohnen wir im Grünen auf der Peißnitzinsel. Eine Menge Kino gab es um und vor dem letzten Weihnachten: Harry Potter, eine Nacht Herr der Ringe Teil 1. und Teil 2., das fliegende Klassenzimmer schlug Harry Potter um Längen und zunächst hieß der Lieblingsfilm "Alegria" (span=Freude), ein trauriger, zugleich wundervoller Zirkusfilm.

Aber unser endgültiger Kino-Favorit des Jahres 2003 wurde, das sei hier verraten, ein Kinder-Film aus Neuseeland:

"Whale-Rider". Das Maori-Mädchen Pai setzt sich gegen ihren Großvater und Stammesführer durch und wird zum Walreiter und neuen Führer ihres Stammes, wie weiland eine der Vorfahren ihrer Großmutter, einer Stammesführerin, die bei der Landnahme Neuseelands den Stamm rettete. Ein wundervoller Film über Mädchen, Männer und Wale! Marie-Carmen liebt Pai! Einen richtigen Buchfavoriten hatte Torsten diesen Sommer nicht: Einen etwas älteren Titel verschlang er in der Sommerhitze: Winona LaDukes "Last standing woman", eine Indianer-Chronik. Etwas anders und z.T. amüsanter war die Romanvorlage zu "Whale-Rider" von Witi Ihimaera.

Sylvester waren wir in Brandenburg und feierten schön, verabschiedeten das verflossene Jahr und begrüßten das neue, als wäre es ein alter Freund. Überhaupt wird in Niemegk viel gefeiert. So erlebten wir diesen Herbst dort ein Oktoberfest, das es in sich hatte. Immerhin fanden alle noch nach Hause.
Im Januar traf sich die Jugendgruppe "Bibinautika" für eine ganze Nacht in der Bibliothek, um an unserem "Romanica-Project" weiterzuarbeiten. Das Projekt, das wir schon Sept. 2002 zusammen mit Susa Schindler aus Düsseldorf angeplant haben, konnte nach Schwierigkeiten ab Sommer 2003 endlich finanziert werden und loslegen. Davon konnte sich Susa auch bei einem erneuten Besuch Sept. 2003 überzeugen. Spaß hat in diesem Zusammenhang allen unser Ausflug nach Goslar gemacht, bei dem unser Neffe Maximilian mitgetan (und mitgefuttert) hat. Inzwischen sind die Mitglieder des Internet-Teams für Torsten nicht nur Schüler, sondern zu guten Freunden geworden.
Zurück in den Januar. Das Hochwasser betraf diesmal die Saale und mit der Bahn fuhr man zwischen Weißenfels und Naumburg wie durch einen See. In einem solchen Fall wären wir hier auf dem Gut abgeschnitten, nasse Füße hätten wir aber noch nicht. Drum sorgt Euch nicht.

Neffe Michael, Marie-Carmen, Torsten, Neffe Niklas und Annette in Bleckmar, Impression aus dem heissen Sommer 2003: Wir streuten den Hühnern Eis ins Futter, damit sie keine hartgekochten Eier legten, ähem.

Da kann man nur wegrennen, meint der Hannes.

In Halle konnten wir uns weiter mit der Höhlenmalerei beschäftigen. Nach der Ausstellung in Dresden, schon im letzten Brief erwähnt, brachte uns Herr Bosinski im Januar Neuigkeiten von der Grotte Chauvet mit und wir durften den Spuren einer jungen Frau folgen, die vor über 25 000 Jahren mit ihren Hund/Wolf die bemalte Grotte/Das Heiligtum betreten hatte.
Der Februar brachte Schnee und einen Artikel über Torsten und seinen Ottonenkrimi in der Zeitung. Netter Besuch brachte der Februar mit Michael Dapper von der Pfalz Tilleda, den wir später gerne mit Gegenbesu-chen beantworteten und seitdem verbindet uns mit der Familie Dapper schöne, neue Freundschaft. Aber auch Unangenehmes kündigte sich im Februar an, noch hatten wir es nicht richtig erkannt: Dass uns unser ehemaliger Vermieter um eine schöne runde Summe bringen würde, zeichnete sich schon ab. Wie ein kompetenter Jurist zu einer armseligen und verlogenen Gestalt wird, weil er sich mit Häuserkauf im Osten übernommen hat und alle "Ossis" darum verflucht, macht eher traurig als wütend.

Der März brachte Paul und mir den 25zigsten Märchenabend, ein Grund zum Feiern. Und das Märchenvorlesen geht immer noch weiter. Im März ging Annettes und Torstens Liebe zudem ins 11te Jahr und sie rostet nicht, auch wenn bei uns, nicht bei der Liebe, die ersten Lackschäden auftreten. Mit dem "Herrn der Diebe", dem Buch von Frau Funke, wurde es ein fantasievoller März, aus dem wir jäh erwachten, weil ein Cowboy beschloss, Krieg zu spielen. Mathias Claudius fiel mir ein: "Es ist Krieg...". Nun kam die Buchmesse in Leipzig. Eine "mittelalterliche Lesung" auf Burg Wettin schloss sich an: Lange hatten die Spielfrau "Engelstrompete" und Torsten geübt, um Literatur und mittelalterliche Unterhaltung unter einen Hut zu bringen. Auf Burg Wettin und später im Jahr in der Doppelkapelle Landsberg konnte man sich davon überzeugen, ob es gelungen ist. Nach 40zig Jahren gab Ursula ihren Buchladen auf und wir wünschten den jungen Nachfolgerinnen viel Glück. Die ersten Frühlingstage kamen und wir freuten uns über die Sonne. Es wurde April und doch noch ein Fest: Hans-Joachim Marchio, der Unruhegeist der Katholischen Akademie wurde 60zig. Kaum zu glauben!Es wurde Ostern, wir mussten unsere Siebensachen zusammenpacken, während Marie-Carmen mit Oma und Opa in den Urlaub fahren konnte.


Annette lernt reiten.

Der Mai kam ins Land und der Hinterhofblues in Glaucha war beendet, einen blühenden Kirschbaum mussten wir lassen, fortan würden wir Inselbewohner sein. Ach, es ist schön, auf Bäume und Wolken zu blicken. Mit Umzug und Sommerhitze begann für Johannes ein Besuch in die Welt des Theaters. Die Kinderrolle in "Fabian" im Neuen Theater in Halle brachte auch ein kleines Taschengeld und eigenständige langersehnte Anschaffungen. Und um die Ereignisfülle perfekt zu machen, eröffnete Annette im Mai ihre Praxis, bzw. stieg mit in die wunderschönen Räume ihres Kollegen Christian Hellmann ein. Ende Mai traf sich die Familie zur Erstkommunion unseres Neffen Georg. Es wurde warm und unser Familienkreis machte eine kleine Reise zur Steinsburg in Thüringen. Grillen, Wandern und keltische Kultur wurde von allen genossen. Es regnete sogar! Aber Pfingsten war es wieder unerträglich heiß.
Marie-Carmen hatte Erstkommunion. Es war einer der schönsten Gottesdienste, die ich jemals erlebt hatte. Besonders hat mich die Pfingstpantomime beeindruckt. Der Juni war voll von Paul, den wir als Sänger und Komponist beim Freilichtmusical "Manfred" (da regnete es auch, so ein Pech!) antrafen. Zusammen mit Torsten gestaltete er einen gutbesuchten Mittsommer-Märchenabend in der Bibliothek in Freyburg.

Wir besuchten Uta und Amadó Müller in Jena und Johannes verabschiedete sich in der Villa Jühling vom Kindergarten. Im heißesten Juni seit 50 Jahren gewann Torstens Schülergruppe einen Geschichtswettbewerb mit einem Beitrag über die Kaiserin Theophanu. Das leitet gut über in den Juli: Er brachte Hitze, Ritterkämpfe auf der Pfalz Tilleda ("Barbarossas Rückkehr") und Besuche in Bad Sulza. Funkelnde Sonnenstreifen unter dem Kreuzgratgewölbe und die Saale ersetzte den Atlantik.
Der Sommerurlaub war lang, heiß und zweigeteilt: Eine Woche verbrachten wir in der Sommerfrische in Bad Sulza, zwei weitere Wochen in der Lüneburger Heide zusammen mit Brigitte, Niklas und Michael. Dort lernten Marie-Carmen und Annette auf dem Pferdehof Bleckmar Reiten. Für Torsten gab es ein paar Hügelgräber zu besichtigen. Trotz Moor und Bremsen wanderten alle tapfer, doch plötzlich waren wir einer mehr: Ein kleiner Kater wanderte die letzten zwei Kilometer mit und war nicht mehr von uns zu trennen. Vorgestellt nun also: Unser Guts-Kater heißt Lasse nach den "Kindern von Bullerbü" von Astrid Lindgren.

Lasse-Kater

Der Glücksdrache möge ewig über dem Haus am Fluß schweben und Kreativität und Liebe auschütten. Hinter den zwei großen Fenstern und der Tür dazwischen wohnen wir übrigens. Eure Kreutzfeldts.

Der Drache ist von der Webseite von Fangdorn entnommen, ich fand ihn so schön und ich denke, es ist auch im Sinne von Fangdorn, ihn auf diese Weise bekannter zu machen.

Es wurde August: Eine neue "Prinzen"-CD kam raus, es gab viele Geburtstage, zum Laternenfest trafen sich die Gutsbewohner auf dem Turm, um das Feuerwerk anzuschauen. Johannes wurde eingeschult und geht jetzt wie Marie-Carmen auf die Montessori-Schule. Schöner Besuch kam im September: Zunächst Sylvia und wenig später Susa und Christian, denen wir ein "computerfreies" Wochenende verordneten, um den Preis von "Stoßzähnen, Fellen und Fleisch" (Menschheits-Siedler-Spiel). Die Unstrut heruntergepaddelt sind wir auch im September. Da wurde es schon Herbst am Fluss. Die Außenanlagen des Gutes wurden endlich in Angriff genommen, unsere "Hobbithöhle" wurde langsam gemütlich. Wir waren in Niemegk, nahmen den Georg für ein paar Tage mit. Auch Bad Sulza wurde zusammen mit der Familie Music besucht. Der Winter kam. Es wurde Zeit, für Marie-Carmen ein Gymnasium zu suchen. Torsten arbeitete zusammen mit Pauls Mutter, die fleißig illustriert hat, an seinem Kinder-Krimi "Pico, oh Pico". Portugiesisch wird eifrig gelernt, dazu gibt es Kürbissuppe. Die Nomaden der Lüfte ziehen wieder über das Haus. Das Christkind kommt bald. Der Brief ist aus. Mit vielen Herzensgrüßen
Nachtrag: Ganz vergessen habe ich, dass Annette in diesem Jahr nicht nur Ihre Praxis eröffnet habt, sondern auch ein Buch veröffentlich hat: "Rückenschule auf dem Trampolin." Einfach bei Amazon oder Libri unter "Kreutzfeldt" suchen, da kommt erst die "Wolfsfrau" und dann die "Rückenschule".

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Letzte Änderung: 22. Dezember 2004

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