Auswahl der Weihnachtsbriefe: 2004 2003 2002 2001 2000 1999


wünschen Annette, Marie-Carmen, Torsten & Johannes León.
Mit diesem Weihnachtsbrief möchten wir Euch wieder auf dem Laufenden halten, was im ablaufenden Jahr 2002 so bei uns geschah:

Das Jahr ist wieder rasch vergangen, die Zeit ist davon geflogen wie eine lange Reihe von Wildgänsen im Herbst. Dem ersten Teil vom "Herrn der Ringe" folgt nun schon der zweite. Ihr merkt, wir sind echte Fans! Und wieder steht Weihnachten vor der Tür: Alle Flüchtlinge dieser Erde mögen wenigstens einen Stall finden. Seit einem Jahr haben wir eine neue Währung und uns alle daran gewöhnt. Der Start ins neue Jahr war für uns ein sehr guter. Begleitet haben uns dabei Ingrid, Carsten und Mathias, der letztere extra aus Hamburg gekommen, um uns wiederzusehen.
Das Feiern nahm 2002 kein Ende: Vo
m Tag des letzten Klingels in der Latina bis zu 2x39. Das ganze Jahr ging es hoch her. Eine Aufzählung würde Euch ermüden, drum folgt einfach der lockeren Chronologie. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Welche furchtbaren Dinge dieses Jahr geschahen! Von Schüssen auf die Geburtskirche in Bethlehem über das "Jahrhunderthochwasser" bis zu dem Öl an den schönen Stränden der galicischen Atlantikküste. Es hat uns nicht unbewegt gelassen. Dennoch wollen wir beim Persönlichen in diesem Brief bleiben, es soll ja keine Zeitungschronik werden.
Aber auch bei uns gab es Schrecken: Im Januar hatte der Hannes einen kleinen Unfall, wir waren im Kino, aber der Babysitter Steffen wußte sich zu helfen: Deshalb hier ein Dank an Steffens Eltern für den raschen Einsatz. Mit dem Tod von Astrid Lindgren im Januar schien mir auch ein Teil unserer Kindheit gestorben. Der Literatur-Nobelpreis wird im Zukunft der Preis sein, den Astrid Lindgren nie bekommen hat. Schweden hat seiner größten Autorin damit viel Schande angetan! Ende Februar merkte Torsten auch, dass er sich mit seiner Mitarbeit im Rahmen des Pastoralen Zukunftsgesprächs zwecks der Umgestaltung des Bistums Magdeburg etwas übernommen hat. Keinesfalls aufgegeben wurde allerdings der Portugiesischunterricht bei Jairo, einem Brasilianer, der in Halle schon so etwas wie ein Original ist. Wo er ist, geht jedenfalls die Sonne auf und die Post ab.

Annette fuhr im Rahmen eines Forschungsprojektes im Frühjahr immer wieder nach Göhren auf der schönen Insel Rügen. Nebenbei war auch der März voller Ereignisse. Bei Nebra wurde "die Himmelsscheibe" gefunden und wir verfolgten die Nachrichten um diesen spannenden Fund aus der Bronzezeit das ganze Jahr über. Sobald die Scheibe zu besichtigen war, pilgerten auch wir ins Landesmuseum für Vorgeschichte. Der März brachte aber noch etwas viel Wichtigeres für Annette und Torsten: Das Jubiläum von zehn Jahren ihrer Liebe. So lange ist es es jetzt her, seit Annette aus der kleinen blauen Bahn in Büsum ausstieg und unsere gemeinsame Geschichte begann. Aber auch schlechte Nachrichten gab es im März: Das Land Sachsen-Anhalt muß sparen und das betrifft auch Torstens Schulbibliothek. Auf der Buchmesse in Leipzig konnte Torsten als Ottone verkleidet für seinen Krimi Werbung machen. Durch die Lesungen (Halberstadt, Jena, Magdeburg usw.) hat sich schon eine schöne Sammlung (inzwischen leerer) Bierkannen ergeben. Dieses Jahr hat Torsten endlich den Kinderroman für Marie-Carmen fertiggestellt. Christine Kaufmann, die für unsere Schulmärchenabende die schönen Plakate macht, möchte den Roman illustrieren. Davon wird im nächsten Jahr sicher noch mehr zu hören sein.
Zu Ostern fand sich unsere Familie in Göhren auf Rügen ein. Annette mußte zwar zeitweise im Rahmen ihres Forschungsprojektes in einer Reha-Klinik arbeiten, aber der Rest von uns baute beeindruckende Sandburganlagen mit Häfen am Strand. Mit dem Fahrrad erkundeten wir die Insel. Marie-Carmen fuhr mit dem eigenen Fahrrad und bekam dazu noch rote Wangen vom Reiten.
Im April wanderten Hannes, Torsten und Markus, unser studentischer Untermieter, eine lange Tour von Burg nach Schloß Neuenburg. In der Schule wurde es auch im Innern recht neblig: Nebelmaschine und Wasserpistolen waren die Werkzeuge des letzten Schultages der Abiturienten. Ja, und wer in keinem Weihnachtsbrief fehlen darf, ist unser Neffe Maximilian, der uns zum Spielen besuchte.

Der Monat Mai begann mit Brigittes und Joachims Hauseinweihungsfeier, an der Torsten nicht teilnahm, da er mit mit seiner Ottonengruppe zu Besuch auf der Pfalz Tilleda weilte. Wenn nur nicht das Wetter so schlecht gewesen wäre! Feuchte Pfalz, feuchte Nacht und alle bekamen schlechte Laune! Wenige Tage später zog der Sommer gehässigerweise in Halle ein.
Mit dem Sommer kam Hannah, die Tochter unserer Freunde Andrea und Frank in Lübeck. Es sollte nicht das einzige Baby in diesem Jahr bleiben: Auch unsere ehemaligen Untermieter Evelin und Daniel haben jetzt eine Tochter mit Namen Mara Antonia.
Pfingsten wurde wieder im Spreewald gepaddelt. Noch ahnten wir nicht, dass es bei dem einen Paddeltermin in diesem Jahr nicht bleiben sollte, denn bereits im September waren wir wieder auf dem Wasser, aber nicht im Spreewald, sondern auf der Unstrut und der Saale.
Auch der Juni war sehr warm, wir feierten Carsten Dedes Geburtstag und wanderten mit Eltern und Schülern von Marie-Carmens Klasse von Leißling zur Schönburg, auf der gerade ein Mittelalterfest war und sogar der Drache Fangdorn auftrat. Welch Spektakel! Paul las seinen letzten Märchenabend in der Schule und Torstens Portugiesisch-Gruppe feierte ihren Semesterabschluß auf einem Bootssteg an der Saale. Ein Monat zum Feiern!

Hier soll auch nicht der Abi-Ball in Schoß Teutschenthal vergessen werden. Torsten bekam von den Abiturienten einen Ehrenkauzbuchstützensatz. Klasse! So was hat nicht jeder! Das Brunnenfest am 15. Juni war der Höhepunkt unserer diesjährigen Bemühungen um das Wittekind-Bad. Minister Olbertz kam vorbei und sagte seine Unterstützung zu. Aber dieses Jahr konnte leider noch nicht mit den Baumaßnahmen begonnen werden. Einen besonderen Besuch brachte das Brunnenfest auch mit: Silke, die Puppenspielerin.
Die folgenden Mittsommertage brachten Hitze, Mauerseglerpfeifen und juchzende Elfenschreie. Natürlich weitere Feste: Lindenblütenfest in den Franckeschen Stiftungen und Tage der mittelalterlichen Musik in Freyburg/Unstrut. Vor unserem Urlaub plante Torsten mit Steffen, einem Schüler, die ersten Schritte für das neue Internetprojekt in der Schulbibliothek, das Romanica-Projekt. Aber dann ging es ab in die Ferien in ein schönes Haus an der spanischen Atlantikküste. Wieder fuhren wir zusammen mit Familie Beyer, Torsten und Karin, die Eltern, und Mirjam und Tabea, die Kinder, die schon mit uns auf den Azoren waren. Torsten hat über den Urlaub einen Bericht verfasst, einfach auf den Trasgu hier klicken oder unten auf den Link in der Linkliste.

Während es am Atlantik herrlich kühl war und der Sommer angenehm, erwarterte uns der August in Halle mit großer Hitze. Aber schön war es beim Sommerkino auf der Peißnitz: Der erste Lieblingsfilm dieses Jahres wurde dort auf einer Großleinwand genossen: Nomaden der Lüfte, ein Film über Zugvögel. Der zweite Lieblingsfilm des Jahres war Die fabelhafte Welt der Amelie. Das ist ein zärtlicher Film für alle, die noch träumen können. Ähnlich sind auch unsere Sommerbücher des Jahres, die wir aber leider schon vor dem Sommerurlaub gelesen haben und so der Familie Beyer vorenthalten haben: Renatos Traum von Jeff Shapiro ist ein Buch über die wundersame Rettung eines toskanischen Ortes, den die Bewohner schon in den Fluten eines Stausees verschwinden sahen. In Klosterfrauen und andere Sünder von Walter Keady bringt eine entflohene Nonne ganz schön viel Wind in einen kleinen irischen Ort. Vier Freunde von David Trueba hat Torsten an seine eigene Jugendzeit in Spanien erinnert, so herrlich chaotisch und durcheinander wie eine siebentägige Fiesta in einem Meseta-Dorf.

Apropos: Die Feierei setzte sich nicht nur literarisch fort: Annettes Onkel Werner feierte in Saalfeld seinen 70zigsten Geburtstag, und das war wahrlich ein schöner und großer Bahnhof. Die Jazzband, die aufspielte, war einfach klasse. Da wollten sich Eva-Maria und Gerhard, Annettes Eltern, anläßlich Ihrer Rubinhochzeit Ende August auch nicht lumpen lassen: Wir machten mit einem Dampfer eine Elbtour und die anschließende Feier war nicht minder sensationell. Das werden wir alle noch lange im Gedächtnis behalten. Eigentlich hätte Torsten herumlaufen und von jedem Gast einen kleinen Lebenslauf einfordern müssen. Das ganze wäre hernach der Roman einer Familie geworden.
Der September begann mit zwei ganz lieben Besuchen: Zuerst schaute auf dem Weg nach Berlin unsere Freundin aus St. Goar, Sylvia Luetjohann, bei uns ein und danach sahen wir Susa Schindler, die dem Romanica-Projekt eine neue Internetsoftware zur Verfügung stellt, das erste Mal bei uns. Hauptsächlich war sie ja gekommen, um die Jugendlichen, die am Projekt mitarbeiten, kennenzulernen. Auch die Feiern nahmen kein Ende: Der Tag des
Offenen Denkmals mußte auf dem Wittekind-Bad-Gelände organisiert werden. Bad Sulza, bzw. unser schönes Häuschen dort am Hang, haben wir dieses Jahr ein wenig vernachlässigt. Aber auch die Tage im Herbst waren dort sehr schön. Marie-Carmen hat an der neuesten Ausstellung des Kindermuseum Halle, unseres Partners beim Wittekind-Projekt, mitgearbeitet. Das Thema der Ausstellung war "Zeit" und deshalb hieß das Ganze auch Sekundenpropeller. Eine Kindermuseumsausstellung läßt sich ja kaum beschreiben, ein Sack voller phantastischer Ideen, ein Spielplatz der anderen Art, all das trifft es nicht, man muß es selbst erlebt haben. Immer wieder fuhr Torsten auch am Sonntag nach Naumburg, um mit Oma Inge ein schönes Café anzusteuern. Ihr Zustand hat sich nicht gebessert, und das Vergnügen des Cafébesuchs gönnen wir ihr von Herzen gern.

Torsten ist im Oktober noch einmal nach Bamberg gefahren, um die Ausstellung über Kaiser Heinrich. II. anzuschauen. Und wieder eine Begegnung mit jemanden, den Torsten zuvor nur aus dem Internet kannte: Ute, die an der Ottonenzeit mitarbeitet, und auch an der Heinrich II.-Austellung mitgetan hat, führte ihn persönlich herum. Der gemeinsame Austausch war sehr vergnüglich und machte diesen Ausstellungsbesuch zu einem ganz besonderen historischen Abenteuer. Schön waren auch die Herbstbesuche in Erfurt bei Onkel Gerolf und Tante Ingrid, in Köthen bei unseren Freunden, den Beyers. Erst im November kamen wir dazu, unseren Geburtstag, 2x39 also, nachzufeiern: Dazu luden wir Freunde ein und Musik gab es von Schülern der Latina.
Und am Ende ist noch eine frohe Kunde zu verlautbaren: Annette hat im Oktober ihren Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin bestanden und kann sich im nächsten Jahr niederlassen.
Der Dezember war dieses Jahr sehr kalt und ein richtiger Kinomonat. Von Harry Potter bis Herrn der Ringe steht eine Menge auf dem Programm. Die letzte Tour der Kreutzfelds vor Weihnachten ging nach Dresden. Die Ausstellung Faszination Mensch führte auf sinnlich Weise in die Welt der Höhlenmalerei ein und war durch die fantastischen Dioramen und Filmvorführungen auch für Kinder verstehbar. Was macht den Menschen zum Menschen: Einzig seine Spiritualität
Deshalb wollen wir die schöne Adventszeit nicht vergessen. In dieser dunklen Jahreszeit Lichter anzuzünden, ist ein wichtiger Brauch und macht auch im Herzen warm. Nächstes Jahr soll es ja wieder Sommer werden. Das wünschen wir euch, das wünschen wir uns. Der Geist der diesjährigen Weihnacht möge uns erhören!

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Internet-Links zu den im Brief besprochenen Themen :

Der Herr der Ringe

Astrid Lindgren

Die Himmelsscheibe

Torsten Ottonen-Krimi

Göhren auf Rügen

Die Pfalz Tilleda

Der Drache Fangdorn

Das Wittekind-Bad

Das Romanica-Projekt

Mit dem Trasgu in Asturien

Ribadesella in Asturien

Die fabelhafte Welt der Amelie

Die Internetseiten von Susa Schindler

Faszination Mensch

Am Ende was über den Nikolaus

Der Drache ist von der Webseite von Fangdorn entnommen, ich fand ihn so schön und ich denke, es ist auch im Sinne von Fangdorn, ihn auf diese Weise bekannter zu machen.

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Letzte Änderung: 22. Dezember 2004

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