Die Azoren : Neun Blumentöpfe aus Vulkangestein im Atlantik
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Fest
in Furnas |
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Auch wenn es wahrscheinlich den Umfang
dieses Berichtes endgültig sprengt, kann ich doch die Festa da St. Ana in
Furnas nicht unerwähnt lassen. Auch wenn der Ausdruck Fest vielleicht
übertrieben ist, wenn man es mit iberischen Fiestas vergleicht, wie sie in
Spanien stattfinden, an denen eine Woche lang alles auf den Beinen ist, die
Geschäfte schließen, alle Essens- und Weinvorräte vertilgt werden. Nein, hier
auf den Azoren, wo man das Volk nicht überschwänglich nennen kann, geht es
etwas gesitteter zu, deutsch möchte man fast spöttisch sagen. Na, ich war
schon enttäuscht. Es war zunächst gar nichts los, Gesang und Tanz fand
höchstens in geschlossenen Räumen statt, vereinzelt angereiste Schausteller
standen sich die Beine in den Leib, nur die drei Wochen lang geschmückte
Kirche leuchtete ganz himmlisch in der Mitte des Ortes. Erst die Prozessionen
waren interessant. Das Besondere daran waren aber nicht der große Staat der
Heiligenfiguren, in der Mitte St. Ana, nicht die Musikkapellen, nicht der
imposante Priesteraufmarsch unter dem Baldachin, in der Mitte ein
langhaariger Priester Typ Jesus a la Dali, blond und angelsächsisch, all dies
kann man vielleicht auf der ganzen katholischen Welt in dieser und jener
Variation antreffen, das Besondere war der Teppich aus Hortensienblüten, die
kunstvoll vor der Prozession auf die Straße gelegt worden war, damit diese
darüber hinweg schritt. Wer es nicht gesehen hat, mag es nicht glauben, das
es so viele Hortensienblüten gibt, um damit die Straßen einer ganzen Stadt zu
bedecken. Und weil es so schön war, schauten wir es uns gleich zweimal an. |
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